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Ausgebüchste Rinderherde sorgte für Profi-Umleitung

 Fotos im Auftrag von Oberberg-Aktuell

12-5-2013rukagatha-vor1

Bericht von Christian Herse

Oberberg – Aprilwetter, tolle Stimmung an der Strecke und eine Ausreißergruppe der besonderen Art sorgten wieder für ein spannendes „Rund um Köln“, das in Hückeswagen begann und über Wipperfürth und Lindlar führte.

Was hatte man nicht im Vorfeld alles probiert. Erstmals wurde der traditionelle Starttermin von Ostermontag auf Muttertag verschoben, mit RTL-Wetterfee Maxi Biewer hatte man eine ausgewiesene Expertin in den eigenen Reihen, die eigentlich einen kurzen Draht zu Petrus haben sollte. Gebracht hat es jedoch wenig. Pünktlich zum Startschuss prasselte ein Hagelschauer auf das 200 Mann starke Profifeld, das sich erneut in Hückeswagen auf den Weg in Richtung Köln machte.

Angeführt von Radlegende Rudi Altig, der wieder im ersten Wagen des Fahrzeugtross saß, rollten die Sportler um Lokalmatador Andre Greipel vom Etapler Platz aus gemütlich zum Ortsausgang, wo sie dann langsam immer mehr Fahrt aufnahmen, um pünktlich um 12 Uhr auf die (eigentlich) 193 Kilometer lange Strecke zu gehen. Während den zum Teil „Tour de France“-Erprobten der Regen bei kalten acht Grad ins Gesicht klatschte, umfuhren sie die Bevertalsperre, um schließlich wieder zurück in die Schloss-Stadt zu gelangen. Dort wartete bereits nach zwölf Kilometern die erste Bergwertung auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster der Islandstraße, ehe sich die Meute auf den Weg nach Wipperfürth machte.

Rund um die 97. Auflage des Radklassikers hatte man im Startort ein buntes und abwechslungsreiches Rahmenprogramm gestrickt. „Bei uns soll sich heute alles ums Rad drehen“, hatte Stadtsprecher Christian Potthoff vorher betont. Bereits um 10:30 Uhr donnerten die BMX-Räder des Wermelskirchener Vereins „Vollrausch“ über die Bahn, gemütlicher ging es da schon bei den E-Bikes zu. Ein Kinderfahrradparcours oder zahlreiche Infostände rundeten den Mittag ab. Auch der drohende Regen hielt die Interessierten davon nicht ab.

Diese pilgerten zudem wieder in großer Zahl nach Agathaberg. Weil das Feld um die Wipperfürther Innenstadt aufgrund anderer Veranstaltungen einen Bogen machen musste, war das Kirchdorf der einzige Ort, wo ein Eventpoint im Stadtgebiet aufgebaut war. Und auch wenn sich scheinbar einige potentielle Besucher vom miesen Wetter abschrecken ließen, konnten sich die Tapferen über eine abwechslungsreiche Veranstaltung freuen. Egal ob Musikverein, DJ oder der Neye-Express, für Muttertagsausflügler wurde einiges geboten. Auch Bürgermeister Michael von Rekowski ließ es sich nicht nehmen und versuchte sich an dem 27 Prozent steilen Anstieg, der mit 367 Höhenmetern immerhin zum höchsten Punkt auf der Strecke führte. Bereits nach 90 Sekunden war der rasante Zug jedoch durch den Ort durch und verabschiedete sich nach Lindlar.

Spannender Zweikampf zur Bergwertung in Agathaberg.

Spannender Zweikampf zur Bergwertung in Agathaberg.

Dort ließ man sich vom dunklen Himmel, der zumindest aufgehört hatte zu regnen, nicht einschüchtern. In Frielingsdorf gilt das Radrennen gen Domstadt als einer der größten Höhepunkte des Jahres und oftmals ist das gesamte Dorf dann auf den Beinen. Und so wurden nicht zwei Bühnen am Kreisverkehr auf-, sondern sogar Leitplanken abgebaut, damit die Sportler über einen normalerweise gesperrten Weg in den Ort gelangen konnten, von wo es schließlich hinauf zum Dimberg und zur dritten Bergwertung ging.

Dass es auch diese in sich hat, durfte Bürgermeister Dr. Georg Ludwig am eigenen Leib erfahren. Er hatte sich auf eine Wette mit REWE-Marktleiter Fatih Celik eingelassen: Wer im Duell den Berg hinauf den Kürzen zieht, muss „Sport vor Ort“ in Frielingsdorf finanziell unterstützen. Sehr zur Freude von SvO-Chef Günter Fahlenbock fließen nun 500€ in die Förderkassen, bezahlt von Celik, der im Kampf um die Krone mit Ludwig das Nachsehen hatte.

Um 12:55 Uhr, also eine Stunde nach dem Start, rollte das Teilnehmerfeld die Neuenfelder Straße hinab durch ein verlassenes Lindlar, um dann einmal die „Bergseite“ vom Lennefe- ins Sülztal zu wechseln, wo die Profis anschließend den Berg hinauf nach Linde in die Pedale traten. Kurz bevor sie den Oberbergischen Kreis verließen, wurden sie hier von der Dorfgemeinschaft ein letztes Mal kräftig angefeuert, ehe sie ins Tal von Kürten hinabsausten.

Sicherlich ist das Profiradrennen der Hauptanziehungspunkt für viele Zuschauer, doch Herzstück des Bergischen Klassikers sind die Amateurrennen für Jedermann, die mit 60 beziehungsweise 100 Kilometer sich jedoch deutlich abgespeckter präsentieren. Insgesamt 3.800 Startplätze hatte die Rennleitung beim „Skoda Velodom“ vergeben. Um 9:30 Uhr starteten die Männer und Frauen in Köln in Richtung Bergisches Land und landeten knapp zwei Stunden später auch in Lindlar-Hohkeppel, wo sie vor der Kirche nach links abbogen nach Köttingen. Ihr Weg über die K37 kreuzte dabei auch zwei Wiesen, auf der Rinder weideten – und für den kuriosesten Moment des ganzen Tages, aber zugleich auch mächtig Chaos sorgten.

Denn durch die unbekannten Besucher aufgeschreckt, machte sich auf einmal eine Herde von acht Jungtieren auf den Weg in die Freiheit und drückte gegen das Gatter, was daraufhin aufsprang. Gemeinsam mit den Amateuren rannten die Tiere die Strecke nach Köttingen hinab und waren dort zwischen Büschen, Sträuchern und dem Wald nicht mehr gesehen. Sofort begannen die Landwirte gemeinsam mit dem Löschzug 1 der Feuerwehr Lindlar eine großangelegte Suchaktion, bei der sich tatsächlich auch sechs Tiere wieder einfangen ließen. „Doch zwei von ihnen blieben verschwunden und uns war das Risiko zu hoch, dass diese plötzlich auf die Strecke springen, wenn die Profiradler kommen“, machte Wehrführer Dieter Hungenberg auf das Problem aufmerksam. Und so wurden Bürgermeister Ludwig und sein Vorgänger sowie jetziger Landrat des Rheinisch-Bergischen-Kreises, Dr. Hermann-Josef Tebroke, Zeugen, wie kurzerhand Absperrungen verschoben und Autos umgeparkt wurden.

„Wir sind auf Nummer sicher gegangen und haben das Feld auf eine Umleitung geschickt“, so Hungenberg. Und so kam es, dass um 15:05 Uhr eine 20-köpfige Ausreißergruppe nicht wie gewohnt durch den Kreuzgarten rollte, sondern sich am Friedhof vorbei nach Vellingen bewegte, wo es dann links herum über die kurzfristig durch Polizeikräfte gesperrte L284 ging, ehe man in Köttingen wieder auf die eigentliche Strecke zurückkehrte und sich in Richtung Köln verabschiedete. Dort überquerte der Belgier Sébastien Delfosse überraschend nach 196,3 Kilometer, und damit drei Kilometer mehr als ursprünglich geplant, als Erster die Ziellinie im Rheinau-Hafen. Sowohl Sanremo-Sieger Gerald Ciolek, den mehrere technische Defekte zurückwarfen, als auch Greipel landeten im Verfolgerfeld.

Weiter Bilder der Kollegen finden Sie im originalen Bericht.

Zum originalen Bericht von Oberberg-Aktuell

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